Ein Jahr bis zur Zäsur

Vorstand des SV Reudern kündigt seinen Abschied für 2018 an.
Beim SV Reudern zeichnet sich ein Wechsel an der Vereinsspitze ab. Die vierköpfige Vorstandschaft kündigte bei der Jahreshauptversammlung am Freitag im SVR-Vereinsheim an, im März 2018 nicht mehr zu kandidieren.

Ein Jahr also noch hat die im Jahr 2016 um etwa 30 auf rund 970 Mitglieder gewachsene SVR-Familie Zeit, um geeignete Nachfolger für Henrik Guth (Organisation), Bernd Unzeitig (Sport und Jugend), Erich Rüb (Finanzen) und Uwe Bauer (Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoring) zu finden. Das Quartett wurde von der Versammlung zwar einstimmig entlastet und wiedergewählt, hatte sich allerdings nur noch für ein Jahr zur Wahl gestellt. Erwartungsgemäß fand sich aus der Runde niemand, der sofort einsteigen und die Vorstandsarbeit ein Jahr begleiten wollte, um Erfahrungen zu sammeln.
Angesichts dieser Ankündigung rückten die einzelnen Rechenschaftsberichte in den Hintergrund. Dennoch wurde in den Vorträgen deutlich, welch großer Aufwand mittlerweile von den ehrenamtlich tätigen Funktionären betrieben werden muss, um ein pulsierendes Vereinsleben zu gewährleisten. In den Abteilungen Leichtathletik und Freizeitsport, Fußball, Tischtennis, Ski und Rad engagieren sich zahlreiche Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit, um ein attraktives Angebot präsentieren zu können.
„Das ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte Ortsvorsteher Bernd Schwartz, „das Geleistete verdient allerhöchsten Respekt.“ Der SVR sei ein nicht weg zu denkender Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens im Ort und nach der Strukturreform gut aufgestellt. Schwartz versprach, immer ein offenes Ohr für die Belange des Sportvereins zu haben und angesichts knapper Hallenkapazitäten zusammen mit dem Ortschaftsrat stets bestrebt zu sein, Lösungen zu finden. Badminton und Volleyball sind die jüngsten Kinder im Sportangebot des SVR, die ebenfalls in die Halle drängen.
Die Herausforderungen werden nicht weniger. Im Gegenteil. Der demografische Wandel schreit förmlich nach neuen Formaten, um auch die Generation 50+ an den Verein zu binden. Aktuelle Trends dürften nicht verschlafen werden und überhaupt steuere vieles auf eine zunehmende Professionalisierung der Vereinsarbeit zu, wie Henrik Guth verdeutlichte, als er ein in die Zukunft gerichtetes Anforderungsprofil für einen modernen Verein zeichnete. „Wir müssen Strategien und Angebote gut planen und konsequent entwickeln, dann wird’s auch ein Erfolg“, ist er überzeugt. Und zwar mit ausgebildetem und geschultem Personal. „Wer nicht rudert, fällt zurück“, mahnte er.

Eine besondere Ehre ist es für die Vereinsbosse, langjährige Mitglieder auszuzeichnen. Guth und Rüb konnten diesmal Axel Bachmann, Michael Hiller, Christa Mayer, Martina Rohner, Werner Rohner (alle 25 Jahre), Inge Scholz, Dieter Stephan (beide 40 Jahre), Inge Besemer (50 Jahre), Erwin Haußmann und Walter Stephan (beide 70 Jahre) ehren. Um nicht nur Vereinstreue zu belohnen, wurde ein Ehrungsteam gebildet, das eine neue Ehrenordnung erarbeitet hat und künftig die Vorschläge der Abteilungen bewerten und vorlegen wird. Schwartz zeichnete im Namen der Stadt für besondere sportliche Leistungen die Mountainbiker Luca Effinger, Caroline Seybold und Kira Böhm aus.
Zu Beginn der knapp zweistündigen Veranstaltung hatte die Hauptversammlung der 2016 verstorbenen Vereinsmitglieder Edelgard Lehmann, Anneliese Seipp, Karl-Heinz Stephan, Gerhard Roos, Heinz Besemer  und Mathias Hanninger gedacht.

Ortsvorsteher Bernd Schwartz zeichnete bei der Jahreshauptversammlung des SVR Mountainbiker Luca Effinger im Namen der Stadt Nürtingen für herausragende sportliche Leistungen aus.

 

Die SVR-Mitglieder verfolgen mit großem Interesse die Ausführungen von Henrik Guth.

Die SVR-Vorstände Henrik Guth (Zweiter von links) und Erich Rüb (rechts) ehrten bei der Hauptversammlung zahlreiche Mitglieder für langjährige Vereinstreue. Leider konnten nicht alle der Ehrenunf beiwohnen. Das Bild zeigt (von links) Martina Rohner (25 Jahre), Inge Besemer (50 Jahre), Inge Scholz (40 Jahre), Axel Bachmann (25 Jahre) und Alex Hiller, der die Ehrung für seinen Sohn Michael (25 Jahre) entgegen nahm.